Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling!
Diesen alten Schlager habe ich seit heute morgen im Ohr. „Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling – schade um die Tränen in der Nacht. Liebeskummer lohnt sich nicht, my Darling – weil schon morgen dein Herz darüber lacht.“ So ein Teil des Textes, der in meinen Ohren saust. Ja, das haben wir geträllert vor 60 Jahren und irgendwie hat das Lied auch über manchen Liebeskummer hinweg geholfen, wusste man doch: er wird vergehen. Schließlich haben andere Mütter auch hübsche und nette Kinder.
Inzwischen allerdings schaut die Welt anders aus. Es scheint, als könne man froh sein, überhaupt jemanden „abbekommen“ zu haben und auf „Biegen und Brechen“ wird versucht, diese Person zu (be)halten. Ob sie einem gut tut, oder nicht. Hauptsache, man(n) bzw. Frau ist nicht allein. Wie vielen Ehen ich inzwischen beim Scheitern regelrecht zusehen musste, ist schmerzhaft. Von außen betrachtet war klar: das geht nicht gut mit den beiden. Traurig, wenn das nicht gehört werden will und sich über alle, nicht selten auch irgendwann selbst gesteckten Grenzen, hinweg gesetzt und die Beziehung bzw. Ehe angestrebt wurde, nur um dann nach kürzester Zeit wieder auseinander zu gehen.
Der Kummer, der dann entsteht, ist weitaus größer, als es der Liebeskummer zuvor gewesen wäre, hätte man sich noch vor Beginn einer Beziehung, bzw. Eheschließung sorgfältiger miteinander, mit den Wünschen und Zielen, den Vorlieben und eben auch Ablehnungen des anderen auseinander gesetzt. Nicht selten meint man zu lieben ohne zu erkennen, dass man letztendlich nur Angst vor dem Alleinsein hat. Nicht selten meint man zu lieben, ohne verstanden zu haben, dass Liebe bedeutet, den anderen glücklich machen zu wollen. Das allerdings ist tatsächlich auch keine Garantie für eine glückliche Ehe, wenn dieses Bestreben nur einseitig gelebt wird. Liebe ist ein „Tun-Wort“ für beide Protagonisten.
Das erklärt, warum ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlässt und sich an seine Frau bindet und die beiden zu einer Einheit werden“ (1. Mose 2,24)
Genau hier liegt das Problem: Beide sollten zu einer Einheit werden. Der Ursprungstext spricht von „ein Wesen“, „einer Person“ und hier beginnt das Dilemma. Während Gott davon spricht, dass in einer Ehe nach Seinem Willen aus zweien ein Wesen wird, leben wir in einer Zeit, in der wir überall Ehen sehen, die aus zwei Singles bestehen, die jedoch Singles bleiben, während jeder der beiden „sein Ding macht“. Das hat mit Liebe, die zunehmend zueinander wachsen sollte, nicht das Geringste zu tun. Liebeskummer entsteht nicht selten da, wo Erwartungen enttäuscht und Täuschungen enttarnt werden. Und genau hier stellt sich die Frage: „Was enttäuscht mich wirklich?“
„Was ist mein wirklicher Kummer?“ Diese Fragen aufrichtig zu beantworten hilft für die Zukunft.
Persönlich habe ich nicht selten Gottes Hilfe benötigt, um über meine Lebenssituationen Klarheit zu bekommen, ist doch das menschliche „Ich“ stets darum bemüht, besser von sich zu denken, als es ist. „Was ärgert mich jetzt wirklich?“ „Warum oder wovon bin ich wirklich enttäuscht?“ „Wo habe ich die Alarmzeichen nicht gesehen, weil ich sie nicht sehen wollte?“ „Was will ich wirklich?“ Fragen über Fragen und am Ende nur dort ehrliche Antworten, wo sich von Anbeginn der Zeit bis in alle Ewigkeit nicht ein Wort, nicht ein Jota verändern wird. „Jota“ bezieht sich auf den kleinsten Buchstaben des griechischen Alphabets was sprichwörtlich für die geringste Kleinigkeit steht.
Für dich und mich bedeutet das, dass Gottes Wort sich niemals verändert hat und auch nicht verändern wird. Ihm kann ich vertrauen und glauben, dass mein Wert nicht von (m)einem Partner abhängt, sondern ich von Gott gewollt und mit einem Lebenssinn bedacht bin. Egal was auch immer ein Partner (o.a.) über mich sagen.
Epheser 2,10 drückt es so aus:
Denn was wir sind, ist Gottes Werk; er hat uns durch Jesus Christus dazu geschaffen, das zu tun, was gut und richtig ist. Gott hat alles, was wir tun sollen, vorbereitet; an uns ist es nun, das Vorbereitete auszuführen.
Epheser 2,10
Und Psalm 139,15+16 sagen es ähnlich schön und ermutigend:
Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen. Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben – noch bevor einer von ihnen begann!
Psalm 139,15+16
Wie könnte der Gott, der mein Leben von Anbeginn geformt hat nicht Interesse daran haben, was aus Seinem Kunstwerk wird? Umso wichtiger, nah an Ihm zu sein, um zu erkennen, was bzw. wen Er für mich gedacht hat, denn mein Schöpfer weiß am Besten, wer zu mir passt. Und darauf zu vertrauen bzw. möglicherweise auch anzuerkennen, dass Gott mit mir alleine Seine Pläne ausführen möchte – das erspart viel Liebeskummer. Bringt aber das Herz zum Lachen. Garantiert.
Raphaela Berger » https://www.youtube.com/channel/UCnKtjcFkdQn0wSxsyvw3RaQ/videos




